Am 11. Februar feiern wir weltweit den Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. Ein Tag, der nicht nur Sichtbarkeit schafft – sondern uns daran erinnert, wie viel Potenzial ungenutzt bleibt, solange Strukturen Frauen ausbremsen.
Die gläserne Decke ist messbar – und sie beginnt früh
Frauen starten stark in die Wissenschaft:
- 52,4 % der Studienanfänger:innen in Deutschland sind weiblich.
- 53,2 % der Hochschulabschlüsse werden von Frauen erzielt.
Doch je höher die Karrierestufe, desto dünner wird die Luft:
- Bei Promotionen sinkt der Anteil auf 46,3 %.
- Bei Habilitationen auf 36,9 %.
- Und bei Professuren liegt der Frauenanteil bundesweit nur bei 28,8 % (2023) bzw. 30 % (2024).
Die berühmte Leaky Pipeline ist also keine Metapher – sie ist Statistik.
Kinderbetreuung: Ein strukturelles Nadelöhr
Wissenschaft ist international, mobil und oft befristet. Kinderbetreuung in Deutschland dagegen:
- regional unterschiedlich,
- häufig nicht vollzeitkompatibel,
- und für Wissenschaftlerinnen mit wechselnden Arbeitszeiten schwer planbar.
Das Ergebnis: Frauen unterbrechen häufiger, reduzieren häufiger – und verlieren dadurch entscheidende Jahre im Wettbewerb um Professuren und Drittmittel.
Wie viele Wissenschaftlerinnen gibt es eigentlich?
Europaweit zeigt sich ein gemischtes Bild:
- In der EU sind 7,9 Millionen Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen tätig (2024).
- Im Hochschulsektor liegt der Frauenanteil bei 44 %, im öffentlichen Sektor bei 45 %.
- In der Privatwirtschaft dagegen nur bei 22 %.
Deutschland liegt im Mittelfeld – und verliert gerade in MINT‑Fächern viele Talente an strukturelle Hürden.
Professorinnen in Deutschland: Fortschritte – aber langsam
- 2024: 30 % aller Professuren sind weiblich.
- In NRW: 29,6 % (2023).
- In Ingenieurwissenschaften: nur 17 %.
Gleichzeitig zeigen Programme wie das Professorinnenprogramm, dass gezielte Förderung wirkt – Hochschulen wie Fulda melden deutliche Fortschritte.
Warum das alles wichtig ist
Wissenschaft braucht Vielfalt – nicht nur aus Gerechtigkeitsgründen, sondern weil Forschung besser wird, wenn mehr Perspektiven einfließen.
Und: Frauen sollen nicht nur forschen, sondern auch führen, gründen und gestalten.
(Hinweis: Zahlen stammen von Destatis/Stat. Bundesamt und https://www.innovative-frauen-im-fokus.de/news/frauen-in-der-wissenschaft-aktuelle-zahlen/?utm_source=copilot.com)



