Schreiben zwischen Wissenschaft, Fiktion und KI – und warum ein Schreibkurs in Chania mein Denken verändert hat

Schreibworkshop in Chania - Dr. Hanne Landbeck

In den letzten Wochen habe ich auf LinkedIn einige spannende Diskussionen verfolgt – vor allem rund um wissenschaftliches Schreiben und die Rolle der KI. Es ging um die Frage, wie sich die Bewertung von Textqualität verändert, wenn Tools wie ChatGPT oder Copilot wissenschaftliche Formulierungen glätten, Argumentationslinien strukturieren oder Literatur schneller zugänglich machen. Und es ging um die Vermutung, dass das Schreiben an sich – das echte, menschliche Schreiben – an Bedeutung verlieren könnte.

Ich sehe zwei Entwicklungen gleichzeitig:

1. Wissenschaftliche Texte werden zunehmend nach Inhalt bewertet, weniger nach sprachlicher Qualität.

Wenn KI sprachlich nahezu perfekte Texte erzeugen kann, wird die Frage nach der „Stimme“ einer Autorin oder eines Autors leiser. Das kann entlasten – aber es verändert auch die Art, wie wir über wissenschaftliches Schreiben sprechen. Möglicherweise geht hier die Bewertung weg von der eigentlichen Arbeit hin zu einer verstärkten Bewertung des tatsächlichen Wissens. Mündliche Prüfungen zur Abschlussarbeit zum Normalfall werden lassen, ist zwar aufwendig, zeigt aber, wer weiß worüber er/sie geschrieben hat oder hat schreiben lassen.

2. Fiktionale Texte werden zahlreicher, glatter, verfügbarer.

KI kann heute Romance‑Plots entwerfen, Figuren beschreiben, Szenen ausarbeiten. Die Fülle steigt, die Qualität wirkt oft erstaunlich hoch. Und doch fehlt etwas – das Unperfekte, das Menschliche, das Unvorhersehbare.

Ich bewege mich zwischen beiden Welten:

Ich schreibe wissenschaftliche Texte, lektoriere Fachartikel und arbeite gleichzeitig unter Pseudonym an fiktionalen Kurzgeschichten und Heftromanen im Romance‑Bereich. Zwei Welten, zwei Sprachen, zwei Arten zu denken.

Und trotzdem gibt es einen Punkt, an dem beide Welten sich berühren:

Das echte Schreiben entsteht nicht aus Perfektion, sondern aus Begegnung.

Wie alles begann – und warum Chania für mich ein Wendepunkt war

Ich habe lange im Stillen geschrieben. Heimlich, könnte man sagen. Zwischen wissenschaftlichen Projekten, Deadlines und Lektoratsaufträgen habe ich meine fiktionalen Texte versteckt wie kleine Schätze, die niemand sehen durfte.

Bis ich mich irgendwann durchgerungen habe, einen Schreibworkshop zu besuchen. Das Ziel war klar: Endlich einen meiner längeren Romane fertigstellen.

Der Kurs fand bei Hanne Landbeck statt – in der warmen Sonne Chanias, mit Meeresrauschen im Hintergrund und einer Gruppe von Autorinnen, die genauso brannten wie ich. Und dort, in dieser Atmosphäre, passierte etwas Unerwartetes:

Ich habe nicht mein Buch fertig geschrieben.

Ich habe eine neue Welt betreten.

Der Austausch mit anderen Autorinnen.

Die dramaturgische Konzeption einer guten Story.

Die Tiefe von Figuren, die plötzlich lebten.

Und die zahllosen Tipps, Hinweise, Gespräche – nicht nur im Kurs, sondern Abend für Abend, oft bis tief in die Nacht.

Es war ein intensives Erlebnis, das mein Schreiben bis heute prägt. Ein Erlebnis, das mich nachhaltig beeindruckt hat und das ich nicht missen möchte.

Der Kurs in Chania – eine Empfehlung von Herzen

Den Schreibkurs in Chania gibt es auch in diesem Oktober wieder. Zwischen dem 14. und 17. Oktober 2026 wird Hanne Landbeck erneut mit einer kleinen Gruppe arbeiten – individuell, nah, konzentriert. Näher und intensiver geht es kaum.

Das Urlaubsfeeling von Chania verstärkt die Tiefe des Workshops.

Die Erfahrung und die Betreuung durch Hanne sind einzigartig.

Und die Mischung aus Sonne, Meer, Austausch und konzentrierter Arbeit ist etwas, das man nicht vergisst.

Ich schaffe es dieses Jahr leider nicht.

Aber es war ganz sicher nicht das letzte Mal, dass ich diesen Workshop besucht habe.

Warum ich darüber schreibe?

Weil Schreiben – echtes Schreiben – mehr ist als Textproduktion.

Mehr als KI‑gestützte Formulierungen.

Mehr als perfekte Sätze.

Schreiben ist etwas zutiefst Persönliches. Ein Sich‑Auseinandersetzen mit Inhalten, ein Hineinbegeben in andere Themen, Welten und Menschen. Dabei entsteht eine Tiefe – im Text und in einem selbst –, die man vorher nicht erwartet hätte. Und plötzlich liest man Texte und Bücher anders als früher, mit einem neuen Blick, einer neuen Sensibilität.

Schreiben entsteht aus Begegnung, aus Austausch, aus dem Mut, sich zu zeigen.

Und genau das habe ich in Chania gefunden.

Wenn du schreibst – wissenschaftlich, fiktional oder irgendwo dazwischen – dann ist dieser Kurs vielleicht genau das, was du brauchst. Es geht nicht um ein Produkt oder gar um ein Versprechen. Es geht um eine Erfahrung.

Eine Erfahrung, die bleibt.

Dr. Martina Henn-Sax

Progress Consulting – Von der Analyse zum optimalen Wissensmanagement.

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